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Altersmanagement
Ein Auszug aus der Presse

Von: Senft-Werner@dpa.com
Gesendet: Dienstag, 10. Mai 2005 16:57 (dpa-Gespräch)

Forscher:

"Unternehmen ignorieren Probleme der alternden Gesellschaft
"

Darmstadt (dpa/lhe) – Die deutschen Unternehmen sind nach Ansicht des Darmstädter Arbeitswissenschaftlers Kurt Landau nur unzureichend auf die alternde Gesellschaft vorbereitet. So werde das Durchschnittsalter der Mitarbeiter in einigen Industriezweigen bis 2011 um fünf auf über 40 Jahre steigen. "Dennoch gibt es im Gegensatz zu Skandinavien so gut wie keine Programme für ein Altersmanagement", sagte Landau in einem dpa-Gespräch. Vor allem mittelständische Unternehmen ignorierten diese Entwicklung.

"Der Wert älterer Arbeitnehmer ist nicht erkannt", bedauerte Landau. "Wenn sich Unternehmer für sie einsetzen, sind es meist nicht mehr als Lippenbekenntnisse." Bislang müssten ältere Arbeitnehmer vor allem um ihren Job fürchten. "Wenn Entlassungen anstehen, werden die über 50-Jährigen als erste herausgedrängt."

Diese Firmenpolitik sei angesichts des absehbaren Mangels an Fachkräften nicht zukunftsweisend. Die Unternehmen müssten jetzt Programme entwickeln, mit denen sie ihre Mitarbeiter länger im Arbeitsprozess halten können. Als Beispiele nannte Landau die Job-Rotation zur Unterbrechung eingefahrener Arbeitsabläufe sowie kontinuierliche Fortbildungen.

Durch bessere Organisation könne auch die Arbeitsbelastung gesenkt werden. "Ein 50-Jähriger kann nicht mehr 400 Mal am Tag in gebückter Haltung ein Motorteil im Auto montieren", sagte Landau. Dies müsse bei der Planung künftiger Fertigungsstraßen berücksichtigt werden. "Einige Autohersteller berücksichtigen das bereits in ihren Planungen."

Der Arbeitswissenschaftler sieht jedoch auch die Arbeitnehmer gefordert. Sie sträubten sich in jungen Jahren häufig gegen Neuerungen wie Job-Rotation, weil sie die Langzeitwirkungen nicht erkennen. Auch das deutsche Rentenrecht müsse flexibler gestaltet werden. "Wer 35 Jahre lang Wechselschicht auf dem Buckel hat, der muss die Möglichkeit haben, sich ohne allzu große Abzüge bei der Rente zur Ruhe zu setzen."