Evaluation der Anwendbarkeit eines neuen Verfahrens zur Belastungsbewertung manueller Arbeitsprozesse in der Fertigung

Kazem Ghezel-Ahmadi; 2008; 175 Seiten (s/w); ISBN 978-3-935089-12-0

Der Entgeltrahmen-Tarifvertrag (ERA-TV) regelt für die Tarifparteien, wie arbeitsbedingte Belastungen von Arbeitnehmern monetär bewertet werden sollen. Da die vertraglichen Formulierungen jedoch einen sehr abstrakten Charakter aufweisen, ist eine direkte Übersetzung von Arbeitsbelastungen in Gehaltsbestandteile nur selten möglich. Ins besonders Grenzfälle und Bereiche, in denen keine eindeutige Zuordnung möglich ist, stellen ein erhebliches Konfliktpotential dar.

Evaluation der Anwendbarkeit eines neuen Verfahrens zur Belastungsbewertung manueller Arbeitsprozesse in der Fertigung

Daraus resultiert die Aufgabe, die abstrakte, am Verhandlungstisch entstandene Vereinbarung explizit aufzubereiten, damit alle beteiligten Parteien ein überschaubares und zuverlässiges Verfahren zur Verfügung haben. Die Unterstützung der Konsensfindung im Rahmen der Anwendung sollte ein wesentlicher Beitrag des Verfahrens sein, das nicht die Genauigkeit im Fokus hat sondern Verständlich für alle Akteure eines Unternehmens aufgebaut ist. Ziel der Anwendung ist es festzustellen, wie hoch die Arbeitsbelastung ist, damit daraus entgeltrelevante bzw. gestaltungsrelevante Schlüsse gezogen werden können. Die vorliegende Dissertationsschrift beschreibt die Ergebnisse der Evaluation der Anwendbarkeit eines ganzheitlichen und praxisgerechten Verfahrens zur Beurteilung der Belastung des Muskel-Skelett-Systems bei manuellen Arbeitsprozessen.

Zur Verifikation der Anwendbarkeit des Verfahrens sind bei dem Erprobungsprogramm im Rahmen der ERA-Einführung mehrere Ansätze hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Anwendbarkeit geprüft worden. Die aufgezeigte Lösung bietet in der Gesamtheit Lösungswege zur ganzheitlichen Beurteilung von körperlichen Belastungen bei manuellen Tätigkeiten. Es konnte eine besondere Eignung für getaktete Tätigkeiten festgestellt werden. Darüber hinaus konnte die Anwendbarkeit bei langen Taktdauern sowie in Bereichen der Auftragsfertigung und Instandhaltung nachgewiesen werden.

Das Verfahren kann und soll nicht die Gefährdungsanalyse ersetzen, wobei differenzierte personenbezogene Aspekte eine große Rolle spielen. Dennoch kann eine breite Anwendung auch erste Erkenntnisse und Schwerpunkte für eine gezielte Untersuchung liefern. Damit könnten auch Erkenntnisse in Form eines Belastungskatasters gewonnen werden, welche für die Prozessoptimierung besonders hilfreich wären. Ferner könnte eine breite Anwendung auch eine Unterstützung des Präventionsauftrages bedeuten.

Bestellnummer: 978-3-935089-12-0 

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